Vom Burger zur BioCornflakeBox

Matthias Dobrzynski ist von Herzen Lausitzer. Aufgewachsen in Großräschen zog es ihn beruflich 2002 nach Hessen. Bei der Franchisekette McDonald‘s konnte der Fachmann für Systemgastronomie eine Stelle als stellvertretender Restaurantleiter antreten. Drei Jahre später ging es weiter nach Ulm. 2009 folgte Ingolstadt. Hier wartet der nächste Fast Food Job bei Nordsee. „Die Autostadt war für mich kein schöner Ort zum Leben“, meint Mathias Dobrzynski und erinnert sich an knappe Wohnräume und horrende Mieten. Er ging zurück nach Ulm. Bei einem Heimaturlaub traf er zufällig eine ehemalige Schulfreundin. Aus Zufall wurde Liebe und 2011 plante er die Rückkehr.  

Bald darauf kam eine Tochter zur Welt und mit ihr die Idee mit den gesunden Cornflakes. Die Kleine war ein ausgesprochener Knusperfan und so wurden beim familiären Frühstück immer wieder neue Mischungen getestet. Aus den Tests entwickelte sich ein Geschäftsmodell. 2014 stieg ein erster Investor ein. Die Kooperation verlief „nicht so glücklich“ und man trennte sich wieder. 2016 wagte der junge Existenzgründer mit neuen Partnern einen zweiten Anlauf. „Das lief besser.“ 

Online können Knusperfreunde ihre Cornflakes-Mischungen selbst aus einer großen Auswahl von Früchten, Nüssen und Schokoladen zusammenstellen. Eine unverwechselbare Box sorgt für den Wiedererkennungswert. Seit diesem Jahr läuft der Vertrieb zusätzliche über regionale Partner. In den Regalen von REWE in Senftenberg und im Cottbuser Bioladen Schömmel kommen Flakes- und Flocken-Fans auf ihre Kosten. Die BioCornflake Box arbeitet ausschließlich mit regionalen zertifizierten Lieferanten zusammen. Die Schokolade kommt aus der Adoratio Schokoladenmanufaktur in Pirna, den Hafer liefert teilweise die Spreewaldmühle GmbH in Burg.  

Eine Besonderheit ist die eigene Röstung von Haferflocken und Cornflakes mit Reissirup. Die Süßkraft aus dem glutenfreien Sirup ist niedrig. Im Gegensatz zu anderen Produkten zum Süßen enthält Reissirup einen großen Anteil an Mehrfachzuckern. Das senkt die Süße herab und sorgt gleichzeitig für eine langsamere Verstoffwechselung. Ein Ziel für die nähere Zukunft ist die Eröffnung eines eigenen Shops vor Ort. Passende Räume in Senftenberg zu finden sei schwierig, meint Mathias Dobrzynski, der Stadtkern ist teuer geworden.  

Das junge Unternehmen ist Mitglied im regionalen Netzwerk NEOpreneurs. 2017 von der Licht-Architektin Maria Goldberg gegründet, tauschen sich hier fast 200 Mitgliedsunternehmen zu den verschiedensten wirtschaftlichen Themen aus und stellen in regelmäßigen MeetUps sich, ihre Ideen, ihr Gewerbe und ihren Werdegang vor.  

Einen Wunsch gibt uns Mathias Dobrzynski zum Schluss noch mit auf den Weg: dass sich die Menschen in der Lausitz bewusster ernähren und regionaler einkaufen, um die Unternehmen vor Ort zu stärken.   

Text: Annett Miethe | Fotos: Paul Glaser

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